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Prozessunterstützende Aufbauorganisation

Wichtigstes Element der Aufbauorganisation im KoPM®-Modell ist nicht die Hierarchie (innerhalb des Krankenhauses und der Fachabteilung), sondern die Festlegung der patientenbezogenen Zuständigkeiten.
Ein Kernteam aus Arzt und Pflegekraft trifft unter Beachtung der jeweiligen Verantwortungsbereiche gemeinsam alle wesentlichen Entscheidungen für den einzelnen Patienten. Die Führungskräfte dieser beiden Mitglieder des Kernteams haben jeweils die Aufgabe, sachliche und personelle Ressourcen für die Patientenversorgung und ein ausreichendes fachliches Niveau der Versorgung sicherzustellen. Die Bereitstellung von aktueller Fachexpertise war immer schon Aufgabe der jeweiligen ärztlichen Leitungen; mittlerweile stellt sich diese Aufgabe auch für den Pflegebereich. Das KoPM®-Modell sieht ein Expertensystem unter pflegewissenschaftlicher Leitung vor, das aktuelles Pflegewissen für praktisches Handeln aufbereitet. Hochqualifizierte Pflegende verfügen dabei über fachliche Weisungsbefugnisse über andere Pflegende, aber nicht über disziplinarische Weisungsbefugnisse.
Die konsequente Dezentralisierung fachlicher Entscheidungen über die Patientenversorgung bietet die Möglichkeit, auf der Leitungsebene neue Modelle (z.B. Kollegialmodelle; hauptamtliche Leitungen) zu schaffen oder auch die Leitungsspanne für die Führungskräfte (z.B. durch Zusammenfassung zweier Leitungsbereiche) zu erhöhen.