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von links nach rechts: Prof. Dr. Kirsten Kopke, Prof. Dr. Knut Dahlgaard, Roland Lapschieß, Prof. Dr. Peter Stratmeyer, Prof. Dr. Constanze Sörensen

10 Jahre Forschung und Transfer für eine bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Das Forschungs- und Transferzentrum KoPM®der HAW besteht in diesem Jahr genau zehn Jahre. Es wurde als „Zentrumfür kooperatives Prozessmanagement“ aufgrund eines Beschlusses des Fakultätsrats in der Fakultät Wirtschaft und Soziales im Jahr 2008 eingerichtet und befasst sich seither mit der Verbesserung der Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen.

Im KoPM®-Zentrum arbeitet ein Team von Hochschullehrerinnen und –lehrern und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Bereichen Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Personalmanagement und Betriebswirtschaftslehre gemeinsam daran, das Zusammenspiel der Akteure in Gesundheitseinrichtungen und die Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen zu optimieren. Das dazu entwickelte KoPM®-Modell stellt den kooperativen Versorgungsprozess in den Mittelpunkt und verbindet durch nutzenstiftende Kooperationsformen und eine prozessunterstützende Aufbauorganisation die Zielsetzung einer interprofessionellen Kompetenz- und Organisationsentwicklung.

Wissenschaftliches Neuland
Den Anfang markierte ein umfangreiches Forschungsprojekt von Prof. Dr. Knut Dahlgaard und Prof. Dr. Peter Stratmeyer unter Beteiligung von Prof. Dr. med. Georg Schürgers, das Perspektiven für eine Neuordnung der Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegenden im Krankenhaus mit Hilfe des Prozessorganisations-Ansatzes zum Thema hatte. Seit der Gründung des KoPM®-Zentrums wird das entwickelte Modell "Kooperatives Prozessmanagement im Krankenhaus" in Zusammenarbeit mit Referenzkrankenhäusern stetig weiterentwickelt und um relevante Aspekte der Organisationsgestaltung erweitert. Durch die Kooperation mit dem DRK-Clementinenkrankenhaus Hannover (2011-2014, 2016-2017) konnte das KoPM-Zentrum dieses Modell in einer weiterentwickelten Form umsetzen und erproben. Die entsprechenden Veröffentlichungen und Fachvorträge können unter www.kopm-zentrum.de eingesehen werden.
Als weiteres Beispiel für die Forschungs- und Transferaktivitäten des KoPM®-Zentrums ist die Beteiligung an dem Forschungsprojekt des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf zur „Selbstmanagementförderung in der hausärztlichen Versorgung“ (2012-2015) zu nennen, bei dem eine Struktur-, Organisations- und Prozessanalyse in Bezug auf die kooperativen Arbeitsprozesse zwischen Hausarzt und Beratungsassistenten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vorgenommen wurde.
Perspektiven für Forschung und Transfer
Aufgrund zunehmenderKommunikationsprobleme, hoher Arbeitsbelastungen, schwieriger Teamarbeit und fehlender Prozessorientierung werden neue Wege zur Sensibilisierung und Qualifizierung der Beschäftigten im Gesundheitswesen immer wichtiger. Ein aktuelles Projekt des KoPM®-Zentrum befasst sich beispielsweise mit der Förderung von Resilienz in norddeutschen Krankenhäusern und evaluiert die dafür entwickelten Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Verbesserung der kooperativen Arbeitsorganisation außerhalb von Krankenhäusern. In stationären Pflegeeinrichtungen wollen wir Möglichkeiten zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit komplexen Versorgungsbedarfen schaffen. Dies kann z.B. durch motivierte und arbeitsfähige Versorgungs- und Betreuungsteams, durch eine wissenschaftlich orientierte Leitungsweiterbildung an der HAW oder mit Hilfe erweiterter Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Durchführung ethischer Fallgespräche geschehen.
Bei der Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Forschungs- und Transferprojekten arbeiten wir in einem interdisziplinären Team von Forscherinnen und Forschern zusammen und werden durch das Departement Pflege und Management, durch die Fakultät Wirtschaft und Soziales sowie durch das Competence Center Gesundheit (CCG) der HAW unterstützt.
Zukünftig möchten wir an die erfolgreiche Arbeit der letzten zehn Jahre anknüpfen, und danken ganz herzlich den beiden Ideengebern und Initiatoren dieses kooperativen Zusammenschlusses - Peter Stratmeyer und Knut Dahlgaard - für ihre geleistete Pionierarbeit. Kooperatives Prozessmanagement wird auch in der Zukunft sowohl innerhalb der Gesundheitseinrichtungen als auch institutionsübergreifend eine große Herausforderung bleiben. Mit unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen wollen wir auch in Zukunft zusammen mit unseren Praxispartnern hierfür einen wirksamen Beitrag leisten. Sprechen Sie uns gerne an!